Andreas Brandhorst – Das Schiff

Rückseitentext:
„Vor einer Million Jahren verschwand das hochtechnisierte Volk der Muriah aus der Milchstraße. Seither suchen die Menschen nach den Artefakten der geheimnisvollen Zivilisation. Doch als ein uraltes Schiff gefunden wird, stoßen sie nicht nur auf die Muriah, sondern erwecken etwas, das die gesamte Galaxis bedrohen kann …“

Kulisse:
Brandhorst schickt seine Leser in eine weit entfernte Zukunft, in der unsere Erde von Maschinen mit einem gemeinsamen Bewusstsein geführt wird. Die wenigen übrigen Menschen, die nach dem Krieg zwischen Menschen und Maschinen übrig sind, bekommen an ihrem 30. Geburtstag die Unsterblichkeit geschenkt und müssen sich um nichts mehr kümmern. Alles was sie brauchen – Nahrung, Kleidung, Häuser und vieles mehr – wird ihnen von den Maschinen gegeben. Dafür mischen sie sich nicht bei den Aktivitäten des Clusters (Das Maschinenkollektiv ) ein und können nicht zu anderen Planeten fliegen.

Handlung:
Die Hauptfigur in dieser fesselnden Fiktion ist der 92 jährige Adam, bei dem die Unsterblichkeitsbehandlung an seinem 30. Geburtstag misslungen ist. Stattdessen erfüllt sich ein anderer Traum für ihn. Sein Bewusstsein ist stark genug, um es über Lichtjahre hinweg in ferne Welten in einen mechanischen Körper zu transferieren. Denn während die Unsterblichen auf der Erde bleiben müssen, dringen die Maschinen zu anderen Sternen und Planeten vor, um nach den Hinterlassenschaften einer längst untergegangenen Zivilisation zu suchen. Die hochtechnisierten Muriah, die vor einer Millionen Jahren dem Weltenbrand zum Opfer fielen, schufen eine Kaskade, die die Sonnensysteme miteinander verbindet und sie schneller erreichbar machen. Adam soll den Maschinen helfen, die Zugänge zu der Kaskade zu finden.

Zu Beginn des Buchs wird Adam zusammen mit Rebecca, die er schon immer liebt, auf eine Mission geschickt, bei der plötzlich ein riesiges Schiff am Himmel erscheint und Rebecca bedroht… Doch zurück auf der Erde weiß er nicht mehr, was passiert ist. Denn während Adams Geist auf Reisen dank Stimulatoren wach und klar und frei von Angst ist, leidet sein irdisches Gehirn an Neurodegeneration und in seinem eigenen Körper kann er sich kaum noch halten.

Als die unsterbliche Evelyn Kontakt zu Adam aufnimmt und ihm einreden will, dass die Maschinen etwas gegen die Menschen geplant haben, wehrt er sich dagegen, denn die Menschen bekommen vom Cluster doch alles was sie brauchen.
Bei einem zweiten Treffen injiziert die 419 Jahre alte Evelyn Adam ein Zusatzprogramm, mit dem sein Bewusstsein, seine Gedanken und Gefühle, nicht mehr so stark unterdrückt werden. Seine nächste Reise entwickelt sich vom Kampfeinsatz zu einem ungeplanten Abenteuer und er entdeckt etwas, das Evelyns Worte bestätigt.
Als er endlich wieder zurück auf der Erde ist, fängt er an, sich an der Erlebte zu erinnern und jetzt erwachen auch in ihm erste Zweifel.

Schreibstil:
Selten sind Figuren in Science Fiction Romane so umfassend und hingebungsvoll beschrieben. Sie sind unterschiedlich, komplex und wachsen an ihren Aufgaben, außerdem sind die völlig frei von Klischees. Auch die Erzählung ist schlüssig. Nichts ist beiläufig, alles passt zusammen und wird abgeschlossen.
An die vielen ungewöhnlichen Worte, wie Aktuatoren, Elaboratoren oder Entropieschranke, muss man sich erst mal gewöhnen, aber dann kommt man richtig in Fahrt.

Meine Fazit:
Der zerbrechliche Adam gefällt mir als Hauptfigur ausgesprochen gut.
Das Schiff ist eine spannende und intelligente Erzählung, die moralische und philophische Fragen hinterlässt, über die jeder selbst nachdenken darf.

Details:
Erschien 2015 im Piper Verlag
Zweite Auflage 2018 als ungekürzte Fassung mit der zusätzlichen Kurzgeschichte „All die Jahrtausende“
ISBN: 978-3-492-28168-3

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