Becky Chambers – Zwischen zwei Sternen

Rückseitentext

„Für die künstliche Intelligenz Lovelace bricht nach einem totalen Systemausfall eine Welt zusammen: Plötzlich ist sie nicht mehr das allwissende Computerhirn des Raumschiffs Wayfarer, sondern steckt in einem synthetischen Menschenkörper – mit all seinen Beschränkungen.
Es fällt ihr schwer, sich in ihrem neuen Körper zurechtzufinden und in eine Gesellschaft einzufügen, in der künstliche Menschen wie sie verfolgt werden. Zum Glück wird sie von der chaotischen Technikerin Pepper begleitet, die ganz genau weiß, wie es ist, das Universum von einem Tag auf den anderen mit völlig neuen Augen zu sehen…“

Vorgeschichte Band 1

Nach einem Beschuss der Wayfarer erleidet die Schiffs-KI Lovelace mehrere Störungen und ist nicht mehr zu reparieren. Der einzige Ausweg ist ein Hard Reset, doch dabei verliert sie ihre Persönlichkeit und das Wissen um die Beziehung zur Crew, was besonders für den Techniker Jenks sehr schmerzhaft ist. Pepper, die extra gekommen ist, um der Crew bei den Reparaturen am Schiff und an Lovelace zu helfen, bietet ihr an, ihre Software in ein Bodykit zu überspielen und mit ihr nach Port Coriol zukommen und ein eigenes Leben anzufangen. Auf der Wayfarer wird dann eine andere KI installiert.

Handlung

Obwohl Sidra – diesen Name sucht sich Lovelace selbst aus – die Hauptfigur ist, erzählt der Roman auch abwechselnd von Pepper, die früher Jane 23 hieß und von einer Zivilisation gezüchtet wurde, die ihren halben Planeten zugemüllt hat. Bis zu ihrem zehnten Lebensjahr arbeitete sie in einer Fabrik und sortierte den Schrott und Müll dieser Zivilisation… Eines Tages gab es eine Explosion und eine Außenwand der Fabrik war weg. Obwohl die Mütter-Roboter alles dafür taten, dass keine der Janes etwas von der Außenwelt mitbekam, konnte Jane fliehen, voller Angst vor den Müttern, aber auch von dem Raum, der sich plötzlich auftat. Was ein Himmel ist, oder gar ein Planet, wusste Jane nicht. Sie gelangte zu einem alten Shuttle in dem eine KI installiert war… diese KI war von nun an ihre Mutter, die lieb zu ihr war und sie tröstete und die nie schimpfte. Viele Jahre verbrachte Jane damit, dass Shuttle zu reparieren und verließ den Planeten, von dem sie nie mehr gesehen hatte, als die enormen Müllberge, die auch nach tagelangen Wanderungen nicht aufhörten…
Diese zweite Geschichte ist wichtig um zu verstehen, wieso Pepper so viel für Sidra riskiert, denn sie geht ein hohes Risiko ein als sie sie mit nach Hause bringt, sie dort wohnen lässt und ihr sogar einen Job gibt.

Sidra dürfen wir auf ihren Weg in eine neue Existenz begleiten. Auf der Wayfarer hatte sie Zugriff auf alle Bordsysteme, Datenbanken, Kameras und Möglichkeiten zu Kommunikation. Jetzt muss sie mit einem eingeschränkten Wahrnehmungsvermögen zurechtkommen. Nicht alles unter Kontrolle zu haben und nicht alles zu wissen ängstigt sie. Ihr größtes Problem: Sie ist darauf programmiert niemals zu lügen. Wie soll man da unbeschwert sein und Freundschaften schließen? Sollte nämlich jemand herausfindet, dass sie eine KI ist, haben sie und ihre Freunde ein großes Problem.
Was Sidra und Pepper alles erleben, könnt ihr aber selbst lesen.

Das schöne an dem Buch ist, dass es auch davon handelt, was ein Individuum ausmacht und wie wir andere beurteilen. Pepper ist ein echter Mensch und wurde gezüchtet um den Dreck anderer wegzuräumen. Sidra ist eigentlich nur ein Programm in einer Maschine, aber beide haben echte Gefühle, erleben Freude, Ärger und Leid und sind füreinander und andere da… Wem steht es zu, zu beurteilen, welche Lebensweise lebenswert ist? Wer eingesperrt, bestraft oder frei sein darf? Über diese Fragen sollten wir auch auf der Erde immer wieder nachdenken.

Wie schon der erste Roman „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ hat das Buch keinen  großen Spannungsbogen, ein Abendteuer erleben die beiden aber trotzdem. Freundschaft und Zusammenhalt stehen hier wieder im Vordergrund und das ist zwischendurch auch einfach mal schön.

Details zum Buch
Erschienen am 25.01.2018 bei Fischer Tor
464 Seiten
ISBN: 978-3-596-03569-4
Cover-Download: fischerverlag.de

Hier gehts zum Vorgängerroman:

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

„Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös…“

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