Julia Lorenzer – Ein Jahr am Gardasee

Rückseitentext

„Ich tauche noch einmal unter, öffne die Augen, erkenne wie durch einen grünen Schleier den felsigen Boden, einige Fische, die hölzernen Pfähle eines Stegs. Ich höre das leise Rauschen einer fernen Schiffsschraube und das Knirschen der kleinen Steine, die von den Wellen hin- und herumgeworfen werden.“

Handlung

Der autobiografische Roman ist in zwölf Kapitel aufgeteilt, versehen mit den Namen des jeweiligen Monats. Die Abschnitte beschränken sich auf die wichtigsten Ereignisse, seitenlange Beschreibungen eines Cafés oder einer Landschaft gibt es somit nicht und die Story wird zügig vorangetrieben.

Julias Jahr in Lazise am Gardasee beginnt im Februar. Bei ihrer Ankunft ist es noch kalt und still, keine Touristen weit und breit. Sie hat ein kleines Zimmer gemietet und muss nun auch bald Geld verdienen… Ihre ersten Versuche dabei sind leider nicht von Erfolg gekrönt, aber Julia lässt sich nicht unterkriegen und nimmt erst mal ein paar Umwege in Kauf.
Im März und April beginnt der Frühling und erste Gäste werden mit Reisebussen angekarrt. Im August ist dann der ganze Ort vollgestopft und die Thermometeranzeige erreicht ihren Höhepunkt, danach wird es wieder ruhiger und Julia hat beruflich und privat eine ganze Menge gelernt… über Wein und Kaffe, über Bürokratie, über die wunderschönen Orte um den Gardasee herum – hier erfährt man auch viele historische Details – und über Mann-Frau-Freundschaften in Italien. Es folgen Weihnachten und Silvester, fern von Heimat und Familie aber nicht alleine. Es war ein wunderbares Jahr… und plötzlich soll alles vorbei sein?

Es hat mir sehr gefallen, all diese Jahreszeiten und Ereignisse mitzuerleben. Auch die Darstellung der Italiener passen mit meiner minimalen Erfahrungen überein. Wer in Italien mal eine „Panne“ hat, bleibt nicht lange alleine.

Das Buch ist sehr kurzweilig, als Urlaubslektüre vielleicht schon wieder zu kurz. Für ein Wochenende auf Balkonien eignet es sich jedoch prima.

„Manchmal, wenn ich in meinem Zimmer sitze und arbeite oder ein Buch lese, dann weiß ich, dass ich genau das Gleiche jetzt auch in Rosenheim oder München tun könnte. Aber trotzdem fühlt es sich hier ganz anders an – und zwar weil draußen vor der Tür“ – ich deute durch das Panoramafenster des Restaurants – „Italien ist.“

Dieses Zitat fasst die Geschichte und das Gefühl des Fernwehs zusammen.

Details zum Buch
Erschienen im Herder Verlag 2017
192 Seiten
ISBN: 978-3-451-81146-3
Cover-Download: herder.de 

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