John Sandford – Das Objekt

Rückseitentext
„Ein geheimnisvolles, gigantisches Objekt wird in der Nähe des Saturns gerodet. Obwohl eine Reise zum Saturn technisch nahezu unmöglich scheint, will ein amerikanisches Team das Objekt bergen. Die Mission wird zum Kampf ums Überleben – und an ihrem Ende wartet eine unvorstellbare Entdeckung…“

Handlung
Es ist 2066 und ein Surfer-Typ, der dank seines Vaters an der Caltech arbeiten darf, entdeckt beim Sichten von Teleskopaufnahmen ein Raumschiff am Saturn.  Sofort werden alle zum Stillschweigen verdonnert und die Amis überlegen sich, wie sie zu dem Schiff gelangen, bevor es jemand anderes entdeckt und vor ihnen da ist. Die Präsidentin der USA will sich die Alientechnologie als erste unter den Nagel reisen.

Unter dem Vorwand, den Chinesen, die gerade ein Raumschiff für eine Kolonisierung für den Mars im Orbit zusammenbauen, auf ihrer Mission zu folgen, bauen sie eine schon vorhandene Raumstation um. Aber dann bekommt über Nacht die ganze Welt mit, was am Saturn los ist und die beiden Nationen liefern sich ein Wettrennen. Die Chinesen schaffen es in Rekordzeit ihr Raumschiff umzubauen und fliegen los, Monate bevor die Amis fertig sind. Doch die Amis haben den schnelleren Antrieb und holen nach kurzer Zeit die Chinesen ein, natürlich nicht ohne ein paar Rückschläge.

Das Buch ist extrem langatmig. Die Autoren erklären jedes technische Vorgehen detailliert und auch gerne mehrmals… da ich dann irgendwann nicht mehr mitgekommen bin, habe ich stellenweise Seiten übersprungen um in der Geschichte voranzukommen. Wie das Raumschiff der Amis aussieht, konnte ich mir auch nicht so richtig vorstellen, weil alles so überzogen erklärt wurde. Drei nebeneinander liegende Röhren mit Drachenflügeln aus flüssigem Metall? Keine Ahnung. Sowas finde ich schade.

Auch nicht gefallen hat mir, dass fast alle weiblichen Charaktere karrieregeile Furien sind. Unnahbar und streitlustig. Hier wird das Bild vermittelt, dass man als Frau nur vorankommt und ernst genommen wird, wenn man alle anderen anschreit. Einzige Ausnahme bildet Captain Fang-Castro, die es schafft auch in Notsituationen ruhig und sachlich zu bleiben und doch steht sie am Ende als Versagerin da.

„Grandios“ und „fesselnd“ wie es auf dem Einband versprochen wird, finde ich die Story gar nicht. Die Figuren bleiben flach und die technischen Beschreibungen haben einen höheren Stellenwert als die spannenden Szenen in denen es mal etwas Action gibt (geben könnte)… so wird der Erklärung des Raumschiff-Antriebs einmal 20 Seiten gewidmet und der Tod mancher Besatzungsmitglieder nur wenige Zeilen.
Nur so ein System zu einer Sexwette bekommt noch einen mehrseitigen Auftritt, damit jeder versteht, wie man bei sowas mehrere Millionen gewinnen kann. Einfach unnötig.

Da beide Autoren US-Amerikaner sind, ist nicht schwer zu erraten, wer am Ende das Rennen macht.

Beim lesen bekam ich immer mehr das Gefühl, die Autoren schrieben dieses Buch nur um ihr Wissen hineinzupacken und es dann ihren Klassenkameraden unter die Nase zu halten. „Das Objekt“ finde ich wenig unterhaltsam sondern eher zäh und letztendlich enttäuschend.

Details:
Erschienen 2016 im Piper Verlag
Mitautor: Ctein
576 Seiten
EAN 978-3-492-97400-4
Cover-Download: piper.de

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