Carole Stivers – Der Mutter Code

Rückseitentext:
„Wir schreiben das Jahr 2049: Nach einer verheerenden Katastrophe hängt das Überleben der Menschheit am seidenen Faden. Um den folgenden Generationen eine Zukunft zu ermöglichen, werden Kinder von nun an von Robotern ausgetragen und aufgezogen. Kai ist so ein „Roboterkind“. Gemeinsam mit seiner Mutter Roh-Z streift er durch das zerstörte Amerika. Doch dann erholt sich der Planet, und die Robotermütter sollen abgeschaltet werden. Für Kai und Roh-Z beginnt ein Kampf um Leben und Tod…“

Handlung:
Bei der verheerenden Katastrophe handelt es sich um einen von der US Army als Kampfmittel freigesetzten Supervirus, der außer Kontrolle gerät… Als der US Regierung klar wird, was passiert und wie wenige Jahre bleiben, bis die ganze Menschheit ausgerottet sein wird… setzt sie alles daran, ein Gegenmittel zu entwickeln. Doch als der Zeitrahmen immer enger wird und auf dem gesamten Globus massenhaft Menschen sterben wird Plan B zum letzten Rettungsstrohhalm… 50 Embryonen mit angepasster DNA werden in die Mütterroboter verpflanzt und diese machen sich auf den Weg und verteilen sich auf dem riesigen ausgetrockneten Gebiet der Mesa in New Mexico. Jedes Kind ist auf sich alleine gestellt.

Eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die es bisher geschafft hat zu überleben, sucht die Kinder in diesem Wüstengebiet, aber die Mütter sind stets wachsam und greifen sofort an, wenn sich jemand ihren Schutzbefohlenen nähert. Den Wissenschaftlern gelingt es, den Robotern neue Zielkoordinaten einzupflanzen, die die Kinder an einen sicheren Platz bringen sollen. Dort sind sie endlich zusammen und es gibt reichlich Verpflegung… aber irgendetwas stimmt mit den Müttern nicht mehr. Sie reagieren auf kleinste Störungen aggressiv und lassen die Kinder nicht mehr weg. Darüber, was das zu bedeuten hat und wie man dieses Problem löst, gibt es geteilte Meinungen.

In der ersten Hälfte des Buchs wird die Geschichte parallel in zwei Zeitsträngen erzählt… man erfährt, wie es zu der Katastrophe gekommen ist, wer die Wissenschaftler und Regierungsmitglieder sind und liest abwechselnd, wie es Kai und seiner Mutter Roh-Z in der Wüste ergeht. Dann, als Kai etwa 11 Jahre alt ist finden die Zeitlinien zusammen und das Lesen wird einfacher.
Mit der Hilfe eines anderen Mädchens bringt Roh-Z ihn zu den Wissenschaftlern… und so gerne er den Erwachsenen bei der Problemlösung auch helfen möchte – seine Mutter und die anderen Mütter umzubringen, das lässt er auf keinen Fall zu.

Die Idee von „Der Mutter Code“ hatte mich gleich angefixt und das Buch landete schon vor dem Veröffentlichungstermin auf meiner Liste. Doch die Umsetzung hat mich nicht wirklich begeistert. Mit sechs Jahren redet Kai schon ziemlich erwachsen und wirkt etwas altklug, das trifft auch auf die anderen Kinder zu, die später hinzukommen. Die (Hintergrund)Geschichten der Wissenschaftler bleiben alle an der Oberfläche. Sie sind alle irgendwie langweilig, schaffen es aber, dem ganzen Buch eine durchgängig depressive Grundstimmung zu geben.

Dann ist der Rückseitentext extrem irreführend, denn die Story, die darin beschrieben wird, geht erst im letzten Drittel des Buchs richtig los. Aber weder erholt sich die Erde noch gibt es einen richtigen Kampf (der Maschinen?). Das Ende spielt sich dann auf den letzten 20 Seiten ab und plötzlich ist es vorbei… irgendwie. Irgendwie enttäuschend. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin den Fokus mehr auf Kai und seine Mutter gelegt hätte… denn die Grundidee war sicher die Frage, was das Muttersein ausmacht, was Menschen und künstliche Intelligenzen voneinander lernen, einander beibringen, können und wie weit sie einander verstehen können. Dieser Aspekt hat für mich zu wenig Raum bekommen. Und statt dem Geheule der Wissenschaftler wäre es interessanter gewesen, wie die Kinder mit Hilfe der Maschinen eine neue Gesellschaft aufbauen.

Keine wirkliche Empfehlung von mir.
Aber das Cover finde ich superschön. Es ist schlicht und prägnant. Kreativität muss nicht immer auffällig sein. Das die beiden Hände mit einer Glanzschicht überzogen sind, gibt dem Bild eine dezente Eleganz.

Details:
Erschienen im Heyne Verlag am 12. Juli 2021 (Erstausgabe)
Originaltitel: The Mother Code
416 Seiten
Übersetzt von Jürgen Langowski
ISBN: 978-3-453-32073
Coverdownload: penguinrandomhouse.de

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