Marie Grasshoff – Der dunkle Schwarm

Rückseitentext:
„Im Jahr 2100 verbinden die Menschen ihr Bewusstsein über Implantate zu sogenannten „Hive-Minds“. Die junge Atlas profitiert davon gleich doppelt: Tagsüber arbeitet sie als Programmiererin für den größten Hive-Entwickler. Nachts betreibt sie unter dem Decknamen Oracle einen lukrativen Handel mit Erinnerungen, die sie aus Hive-Implantaten stiehlt.

Eines Nachts berichtet ihr ein Kunde namens Noah von dem Mord an einem ganzen Hive – eigentlich eine technische Unmöglichkeit. Er bietet ihr eine horrende Summe dafür an, den Täter zu finden. Atlas lässt sich auf den Deal ein – und ist bald auf der Flucht vor der Polizei, Umweltterroristen und Auftragsmördern …“

Auf die Handlung will ich gar nicht groß weiter eingehen, weil ich das ganze Buch nicht besonders spektakulär finde. Die Autorin hat es an vielen Stellen verpasst, ihre Welt mit Details zu versorgen. Dabei hätte man aus dem Kontrast Erde-Weltraum und dem gesellschaftlichen Konstrukt wirklich viel rausholen können. Ok, hier liegt der Fokus auf der Story und die Story ist eigentlich ganz nett… Doch was mich wirklich gestört hat, war die Hauptfigur Atlas. Ich finde sie einfach unglaubwürdig. Mit der Hilfe ihres Androiden Julien, der sie aus der Gosse gerettet hat als sie fünf war und von dem wir nie erfahren woher er kam, gelingt es ihr alle Erinnerungen der gesamten Menschheit abzurufen und zu verarbeiten.
Wirklich???

Es gelang mir das ganze Buch lang nicht, sie ernst zu nehmen. In meinem Kopf blieb sie eine sture Nervensäge mit einer zu großen Klappe, denn ohne Julien wäre sie längst in einem tiefen Kellerloch gefangen, oder tot… und aus diesem Grund kann ich (ACHTUNG:fetterSPOILER!) nicht verstehen, wieso sie sein Leben opfert um einen Typ zu retten, den sie erst ein paar Tage kennt. Echt ätzend auch, wie sie sich das ganze schönredet, mit widersprüchlichen Argumenten. Man hätte hier wenigstens den emotionalen Zwist besser ausarbeiten können. Da muss es doch mehr Gedanken geben als auf eine halbe Seite passt.

Ich hab das Buch enttäuscht zugeschlagen. Die Idee der Geschichte hat mir gefallen, auch etwas Action war dabei, doch World-Building und Figurenentwicklung (nicht nur Atlas) einfach zu oberflächlich und widersprüchlich. Zwei Sterne von mir für Julien. Sollte die Autorin mal ein Buch zu seiner Vorgeschichte schreiben, würde ich es mir wahrscheinlich kaufen, aber alle anderen Bücher, verschwinden von meiner Merkliste.

Bewertung: 2 von 5.

Details:
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2021
Verlag: Lübbe
Seiten: 349
ISBN: 978-3-404-20973-6

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