Frank Herbert’s Dune : Buch und Film

Rückseitentext der Buchausgabe zum Film:
„Das atemberaubende Panorama unserer Zivilisation in fernen Zukunft – und eine Welt, die man nie vergisst: Arrakis, der Wüstenplanet. Dies ist die Geschichte des jungen Paul Atreides, der mit seinem Vater nach Arrakis aufbricht um den Planeten in Besitz zu nehmen. Doch bald findet sich das Haus Atreides in einem Netz aus Intrigen wieder, und Paul muss sich seinem Schicksal stellen…“

Wo soll ich anfangen? Ich kann mich daran erinnern, dass ich die Mini-Serie zu Dune von 2000 als Jugendliche mit meinem Vater gesehen habe. Besonders deutlich sind diese Erinnerung nach 21 Jahren aber nicht mehr… irgendwas mit einer Droge, die alle wollen und die blaue Augen macht. Soviel dazu.
Ich hatte immer überlegt, den Roman zu lesen, doch 800 Seiten politische Verstrickungen haben mich irgendwie abgeschreckt.

Und DANN, ja dann kam die Nachricht über eine Verfilmung von Dune raus. Problem gelöst, dachte ich mir und dann auch noch mit diesem mega Cast mit Timothée Chalamet, Zendaya, Oscar Isaac, Josh Brolin usw… und Denis Villeneuve, von dem mir schon Blade Runner 2049 und Arrival gefällt und Prisoners, bei dem ich mich bisher nicht getraut habe, ihn ein zweites Mal anzusehen.

Nach einem Jahr extra warten war es dann auch endlich soweit. Ich bin gleich zur Preview gegangen und war einfach hin und weg. Dieser Film ist so bildgewaltig – ich liebe die enormen Kulissen, die Flüge über die unendliche, erhabene Wüste, die libellengleichen Ornithopter, die coolen Destillanzüge.
Aber Etwas war da… der Einstieg fiel mir schwer. Die ersten 30 Minuten hatte ich das Gefühl, es wäre doch besser, die Vorlage zu kennen. Deswegen und weil ich einfach so aufgeladen von allen Eindrücken war, habe ich mir den Roman ein paar Tage später geholt.

Viel möchte ich zum Inhalt eigentlich gar nicht erläutern, da dass in den letzten Wochen schon von ausreichend anderen Blogger/innen und Journalist/innen getan wurde. Erwähnen möchte ich aber, dass der Rückseitentext auf dieser Ausgabe nicht ganz passt. Paul ist ein (was seine Zukunft betrifft) unsicherer aber wissbegieriger Junge, der anfangs überhaupt nichts von seiner Rolle als Messias wissen will. Er wird in diese Position gedrückt. Auch dass seine Familie nach Arrakis reist, ist ein Auftrag, die ihnen vom Imperium auferlegt wird. Sie wissen im Voraus, dass sie dort von Gefahren umgeben sind, können die Aufgabe aber nicht ablehnen. Schon ziemlich schnell geht es dann auch zur Sache.

Denis Villeneuve hat sich viel Zeit gelassen um das Lieblingsbuch seiner Jugend umzusetzen. In vielen Szenen sind die Dialoge unverändert aus dem Buch übernommen, was mir sehr gefällt. In manchen Szenen gibt es erzählerische Änderungen um es dramatischer zu gestalten. Eine wichtige Figur im Buch hat leider (meiner Meinung nach) zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, eine andere männliche Figur wurde im Film von einer Frau gespielt, was gut ist, denn das Werk ist schon ziemlich männerlastig.

Häufig erwähnt wurde auch, dass das Buch viele langatmige Passagen hat, in denen nicht viel passiert. Zum Beispiel eine Ratssitzung in der nur von Kriegspolitik geredet wird und eine seitenlange Erzählung von einem Dinner mit den einflussreichsten Leuten von Arrakis. Aber mir haben auch diese Kapitel gefallen, denn durch sie versteht man alles besser, erfährt, wer mit wem gemeinsame Sache macht, oder welche Personen sich nicht leiden können. Das finde ich schon wichtig. Manchmal war es auch ironisch und spitzzüngig… und mir hat auch der Schreibstil gefallen. Übersetzt wurde das Buch schon mehrmals, hier war Jakob Schmidt am Werk, der die Übersetzung aufgepeppt und somit auch für jüngere Leser/innen zugänglicher gemacht hat.

Ein paar Wochen nach der Preview habe ich mir den Film ein zweites Mal angesehen und war wieder überwältigt. Dune kann man schon auf Amazon Prime ausleihen, aber ich empfehle ganz klar einen Kinobesuch.

Zum Schluss muss ich noch zugeben, dass ich nur die Hälfe des Buchs gelesen habe. Bis dahin, wo auch der Kinofilm aufhört. Die zweite Hälfte hebe ich mir auf, bis ich den zweiten Teil gesehen habe der für Oktober 2023 angekündigt ist. Klingt verrückt? Ist mir egal. 🙂 Meine Bewertung richtet sich also nach dem, was ich bis hierhin kenne. Buch 4 von 5, Film 5 von 5 Sterne.

Bewertung: 4.5 von 5.

Details:
Erscheinungsdatum: 9. August 2021
Verlag: Heyne
Seiten: 800
Originaltitel: Dune
Übersetzt von: Jakob Schmidt
ISBN: 978-3-453-32122-9
Coverdownload: penguinrandomhouse.de

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