Ursula Poznanski – Shelter

„Was, wenn du dir eine völlig absurde Geschichte ausdenkst, sie zum Spaß in die Welt setzt und plötzlich alle daran glauben? Ein schockierender Thriller über einen Streich, der zur verwirrenden Realität wird.“

Alles beginnt mit dem Ende einer Geburtstagsparty, als nur noch der feste Kern der Clique am Küchentisch sitzt: Nando, Benny, Liv, Darya, Till und Ludwig, das lebensgroße Skelett. Die fünf Freunde unterhalten sich über ihre zwei Esoterikerfreunde, die sie demnächst nicht mehr einladen wollen. Und um überhaupt solchen Fanatikern zu zeigen wie einfältig sie sind, kommen sie auf die irrwitzige Idee, sich eine eigene Verschwörungstheorie auszudenken und auf das Internet loszulassen. Liv, deren Thema für ihre Hausarbeit von der Uni abgelehnt wurde, sieht darin das perfekte Ersatzthema. Schnell haben sie sich auf eine Story und ein mysteriöse Geheimzeichen geeinigt, erstellen ein paar Fakeaccounts und bringen das ganze vorsichtig ins Rollen.

Doch was erst nur eine ulkige Idee sein sollte, nimmt bald eine eigene Dynamik an und gleitet ihnen aus den Händen, als ein anonymer User die Führung übernimmt und die Online-Gruppen anheizt. Jeder der Freunde geht anders damit um. Till und Nando bleiben erstmal gechillt, Darya ist tagelang untergetaucht und Liv freut sich über die Daten, die sie sammeln kann… Nur Benny nimmt den Kontrollverlust wirklich ernst, denn inzwischen nimmt ihre Verschwörungstheorie gefährliche Ausmaße an und hat es sogar bis in die Nachrichten geschafft. Als Benny versucht, das ganze im Internet aufzuklären wird er zur Zielscheibe, wird online und privat bedroht und sogar bis zu seinem Arbeitsplatz verfolgt.

Der anonyme User, der sich selbst Octavio nennt, macht Benny ein Angebot: Finde mich und ich höre auf. Benny hat keine Ahnung, wie er das anstellen soll, denn ein Hacker ist er nicht – und manchmal ist er auch ganz schön dusselig.
Einen Tipp bekommt er dann von einer der Partygäste über die sich Liv und die anderen so lustig gemacht haben. Und als Benny und Octavio sich zum ersten Mal sehen, kommt es zu einem interessanten Perspektivenwechsel.

Ein bisschen hatte ich schon erahnt, was für eine Person hinter Octavio steckt, richtig wissen kann man es aber nie und die Story bleibt auch danach spannend.

In dem Buch kommen einige Namen und Begriffe aus der Onlinewelt vor, wer damit nichts zu tun hat, wird sich etwas verloren fühlen… ansonsten ist Shelter ein cooles Jugendbuch, für das man nicht mehr ganz jugendlich sein muss. Ich habe es sehr genossen und werde sicher noch weitere Romane von Ursula Poznanski lesen.
Das Hardcover ist übrigens auch superschön. Die ineinander verschmolzenen Farben, die goldfarbenen Striche, das eingeprägte Logo – das macht schon was her.

Bewertung: 4 von 5.

Details:
Erscheinungsdatum: 13.10.2021
Verlag: Loewe
Seiten: 432 (Hardcover)
ISBN: 978-3-7432-0051-7

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