Unvollendet – Drei Bücher, die ich abgebrochen habe (2021 Edition)

Manchmal kauft man sich voller Vorfreude ein Buch und dann weiß man einfach nichts damit anzufangen. Drei solcher Bücher stelle ich heute aus meinem Lesejahr 2021 vor.

1.
Tamsyn Muir – Ich bin Gideon

„Gideon Nav reicht es. Sie hat genug von diesem düsteren Planeten voller verknöcherter Nonnen, starren Regeln und schwarzen Klamotten, auf dem sie aufgewachsen ist. Vor allem aber hat sie genug von Harrowhark Nonagesimus, Erbin des Neunten Hauses und künftige Herrin über diese Welt, die ihr das Leben schwer macht. Also beschließt Gideon, von diesem gottverlassenen Ort zu verschwinden – aber das ist leichter gesagt, als getan…“

Uha… ich hätte auf mein Bauchgefühl hören und das Buch im Laden lassen sollen. Aber woher soll ich – die keine Gruselfilme anschaut – schon wissen, dass ein Roman voller grusliger Skelette nichts für mich ist…
Außer, dass die Geschichte in einem fernen Planetensystem spielt, konnte ich hier keine Sci-Fi Elemente entdecken. Die Story ist einfach übertrieben gruftimäßig… auf eine Weise, die 12-jährige Mädchen gut finden. Die extrem pubertäre Feindseligkeit zwischen den beiden Protagonistinnen hat mir auch überhaupt nicht gefallen. Und wie bitte kommt man auf diese ganzen schrägen, unaussprechlichen Namen???
Habe es immerhin bis Seite 120 geschafft. Werde aber nicht weiterlesen. Und falls es irgendwie so rüberkam: Das ist kein Jugendroman. 😀

Details:
Erscheinungsdatum: 13. April 2020
Verlag: Heyne
Seiten: 608
Originaltitel: Gideon the Ninth – Book 1 Ninth House
Übersetzt von:  Kirsten Borchardt
ISBN: 978-3-453-42373-2

2.
Kathleen Weise – Der vierte Mond

„Wir schreiben das Jahr 2104. Bei einer Erkundungsmission auf dem Jupitermond Kallisto kommt es zur Katastrophe, als der Orbiter Eurybia abstürzt. Ein Astronaut stirbt, und unter der Crew bricht ein mysteriöses Fieber aus. Während auf der Erde unterschiedliche Interessensgruppen versuchen, Einfluss auf die Bergungsmission zu nehmen, ahnt noch niemand, welch schicksalhafte Entdeckung im Jupitersystem auf die Menschheit wartet…“

Hier hatte ich mich wirklich gefreut und weil die Geschichte auf dem Jupitermond beginnt, war ich voll dabei. Doch dann geht es auf der Erde weiter und da wurde es nicht nur ausschweifend uninteressant, sondern es stellte sich heraus, das mir der Schreibstil gar nicht gefällt. Zu harsch, nicht das, was ich mir bei einer Autorin vorstelle… ich hatte mich auch eher auf einen „weichen“ Erzählton gefreut.
Dann ging es da auch noch um einen Typ, der bei seiner letzten Arbeitsstelle sein Bein eingebüßt hat – oder beide? Vormittags geht’s in die Kneipe und dann alleine abhängen zu Hause – der klassische Beginn aller amerikanischen Anti-Helden-Helden-Action-Filme, wo ein Mann mal eben die ganze Welt alleine rettet. Wahrscheinlich war auch die Frau weg – I don’t know. War mir zu selbstbemitleidend.
Und dabei wollte ich doch nun echt wissen, was auf Kallisto los ist. Habe aber auf Seite 65 abgebrochen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich den Roman eine zweite Chance gebe ist immerhin vorhanden.

Details:
Erscheinungsdatum: 8. Februar 2021
Verlag: Heyne
Seiten: 448
ISBN: 978-3-453-32082-6

3.
Markus Heitz – Collector (Die Saga in einem Band)

„Wir schreiben das Jahr 3042. Die Menschheit hat die Galaxis besiedelt und ist auf eine geheimnisvolle außerirdische Spezies gestoßen: Die Collectors. Ihre einzige Absicht ist es, andere Spezies einzufangen und in „Obhut“ zu nehmen. Nichts kann sie aufhalten. Doch was haben die Collectors mit der Menschheit vor? Ein kleines Team von Outlaws bricht zu einer waghalsigen Rettungsmission auf…“

Dieses Buch hat mir von den dreien am besten gefallen und eigentlich hab ich es nur abgebrochen um ein Weihnachtsbuch zu lesen… also eher pausiert. Die Story ist interessant und die Idee des Autors, wie es die Menscheit geschafft hat sich im Weltall auszubreiten ist wirklich witzig… Die Figuren sind allerdings ziemlich gewöhnungsbedürftig:
– Ein Typ, der schon alles verloren hat und sein Leben als Trucker fristet
– Eine Frau, die der Todesstrafe entkommen ist, weil sie bei der Mission mitmacht, aber natürlich null Bock auf das Ganze hat
– Deren Zwillingsschwester, die von einem Parasiten befallen ist, der sie sexsüchtig macht (Männerfantasien at it’s best)
– Ein Pilot, der irgendwie wie Frankensteins Monster ist und das Schiff mit seinen Gedanken steuert
Und so weiter… wenn ich das so niederschreibe, frag ich mich gerate, wieso ich das überhaupt lese. Das ganze ist irgendwie wie Gute Zeiten Schlechte Zeiten im Weltall und trotzdem will ich wissen, wie es weitergeht. Ich behaupte jetzt aber schon mal, der Handlung hätte es gut getan, wenn man diesen zwischenmenschlichen Blödsinn um mindestens die Hälfte reduziert hätte. Aber die Collectors an sich sind bisher ziemlich cool.
Habe es bis auf Seite 250 geschafft. Werde ich es weiterlesen? Ziemlich wahrscheinlich.

Details:
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2021
Verlag: Heyne
Seiten: 1200
ISBN: 978-3-453-32152-6

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