The 100

Heute gibt es wieder eine Serie. Einige werden vielleicht schmunzeln, aber ich erklär euch unten im Text was The 100 für mich so sehenswert macht. Ich versuche, so wenig wie möglich zu spoilern, aber naja…

The 100 ist eine post-apokalyptische Science Fiction Dramaserie, die die Geschichte von einer Gruppe Jugendlicher erzählt, die von einer Raumstation geworfen werden um herauszufinden, ob die Erde nach einer nuklearen Katastrophe wieder bewohnbar ist. Vor 97 Jahren wurden auf dem ganzen Planeten Atombomben abgefeuert. Die Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt auf verschiedenen Raumstationen befanden, haben sich zu einer großen Station – genannt die Ark – zusammengeschlossen und müssen unter strengen Regeln möglichst ressourcenschonend leben.
Da nach knapp 100 Jahren der Sauerstoff nicht mehr ausreichend produziert werden kann, dienen die Kids, die vorher im Gefängnis saßen, als entbehrliche Versuchsobjekte.

Staffel 1: Unten angekommen bricht freudiges Chaos aus. Die Luft ist atembar, es ist grün, es gibt Platz und sie sind frei. Das es keine Verpflegung gibt, stört erst mal niemanden. Nur Clark schafft es, eine kleine Gruppe zu bilden um den Bunker von Mount Weather zu finden neben dem sie eigentlich landen sollten. Auf ihrer Wanderung dahin entdecken sie jedoch nicht nur die Schönheit des Planeten, sondern werden auch mit Gefahren konfrontiert. Die größte Überraschung ist: sie sind nicht alleine.
Unter den Jugendlichen nimmt inzwischen Bellamy die Rolle eines Anführers ein, der alles dafür tut, den Kontakt zur Ark zu sabotieren. Doch dass es unmöglich wird, ohne Regeln einfach so zusammenzuleben, wird auch ihm schnell bewusst… sie müssen zusammenarbeiten um sich gegen die kriegerischen Grounder zu verteidigen und den Bunker zu finden, der ihnen Nahrung und Schutz bieten soll.

Hier ein extralanger Trailer zu ersten Staffel:

Kurze Zusammenfassungen der anderen Staffeln.

2. Staffel: Clark, Jesper, Monty und ein paar andere Jugendliche werden von den Mountain Men in den Mont Weather Bunker gebracht. Dort leben Menschen seit der Katastrophe isoliert von der Außenwelt und versuchen ein Mittel zu finden, dass sie gegen die nukleare Strahlung schützen soll. Alles in dem Bunker wirkt einladend und harmonisch. Doch Clark traut den Leuten nicht und verschwindet… Am Ende der Staffel treffen sie und Bellamy eine folgenschwere Entscheidung um ihre Freunde zu retten.
Außerdem sind die Bewohner der Ark auf der Erde gelandet und richten ein Camp ein.

3. Staffel: Clark ist nicht zurück zum Camp der Ark gekommen, sie versucht alleine mit der Entscheidung in Mount Weather zurechtzukommen. Im Camp formiert sich ein gewaltbereiter Widerstand gegen die Grounder und eine KI verbreitet sich in den Köpfen der Menschen wie ein Virus.

4. Staffel: Eine erneute nuklearen Katastrophe steht bevor und es kommt zu Streit um die wenigen Plätze in einem ehemaligen Bunker einer Sekte. In einem Wettkampf auf Leben und Tod versucht Octavia am Leben zu bleiben um so viele wie möglich zu retten. Bellamy und ein kleiner Teil der festen Gruppe können sich auf die Reste der Raumstation retten. Um das Überleben ihrer Freunde zu sichern, bleibt Clark alleine zurück.

5. Staffel: Clark lebt mit der jungen Madi seit sechs Jahren alleine auf der Oberfläche. Bisher hat sie weder von den Leuten aus dem Bunker noch von ihren Freunden auf den Resten der Raumstation etwas gehört. Doch es gibt neuen Besuch. Ein Gefangenenschiff, dass seit über 100 Jahre unterwegs war kommt zur Erde zurück und bringt jede Menge Gefahren mit.
Octavia und die anderen Überlebenden aus dem Bunker werden befreit und auch Bellamy und seine Freunde nehmen den Weg nach unten auf sich.

Staffel 6 und 7: Kompletter Ortswechsel. Nach einem 125 jährigen Kälteschlaf kommen die Freunde auf dem Planeten Sanctum an. Jetzt wird es ganz schön verrückt. Die Menschen hier leben unter einer elektronischen Kuppel und unterliegen einem religiösen Wahn… es gibt außerdem eine Anomalie, die das Springen zwischen verschiedenen Planeten ermöglicht und nach einem „Letzten Krieg der Menschheit“ sollen alle Menschen befreit sein und zu höheren Wesen transzentieren.

Besetzung

Von den 100

  • Eliza Taylor – Clark Griffin, erst Prinzessin genannt, dann Commander des Todes
  • Bob Morley – Bellamy Blake, blinder Passagier auf dem Dropship
  • Marie Avgeropoulos – Octavia Blake, Bellamys Schwester
  • Thomas Mc Donell – Finn Collins
  • Richard Harmon – John Murphy, die Kakerlake, oder auch jemand, der überlebt
  • Devon Bostick – Jasper Jordan
  • Christopher Larkin – Monty Green

Andere von der Ark

  • Paige Turco – Abby Griffin, Clarks Mutter
  • Lindsay Morgan – Raven Reyes, kann alles reparieren
  • Sachin Sahel – Eric Jackson
  • Jarod Joseph – Nathan Miller
  • Isaiah Washington – Thelonious Jaha, Ratsvorsitzender
  • Henry Ian Cusik – Marcus Kane, im Ratsvorstand (Henrys Charakter Desmond war in Lost einer meiner Favoriten)

Auf der Erde, Die Grounder

  • Rick Whittle – Lincoln, hat es nie einfach
  • Alycia Debnam-Carey – Lexa, Commander, Trägerin der Flamme
  • Adina Porter – Indra, sieht das Potenzial in Octavia
  • Lusia d’Oliveira – Emori, eine Diebin
  • Lola Flanery – Madi, Clarks Ziehtochter ab Staffel 5

Und viele viele mehr…

Meine Gedanken zur Serie

Auch wenn ich gerne darüber schreibe, andere Meinungen zu Filmen und Serien schaue ich mir meistens erst an, wenn ich fertig bin. Denn erstens will ich mich nicht selbst spoilern (was manchmal schlicht durch Kommentare unter Videos passiert) und zweitens möchte ich unvoreingenommen bleiben. Auf YouTube gibt es jede Menge Videos, die die Serie zerreißen, weil sie echt sooo unlogisch ist. Und ja, besonders in der ersten Hälfte der ersten Staffel hab ich mir immer wieder gedacht: Das ergibt ja alles überhaupt keinen Sinn. Besonders wissenschaftliche (physikalische, medizinische, usw.) Korrektheit wird hier meistens außen vor gelassen, oder extrem gedehnt und ich kann verstehen, wenn Zuschauer/innen deswegen abschalten… aber wenn man es schafft, darüber hinwegzusehen, hat man eine richtig spannende Serie.

Der Hauptgrund, aus dem ich drangeblieben bin, ist aber, dass mir die Figuren so gut gefallen haben. Hier macht die Serie meiner Meinung nach einiges richtig. Am Anfang wirkt alles ein bisschen konfus und trotzig und kindisch, aber die Jugendlichen merken schnell, dass sie so nicht weiter kommen. Bellamy legt seine Keine-Regeln-Einstellung schnell ab und übernimmt Verantwortung. Zusammen mit Clark bildet er ein starkes Team. Mir hat gefallen, dass die beiden, obwohl er irgendwann anfängt, sie immer mit verliebten Hundeaugen anzuschauen, nie ein Liebespaar werden. Sie sind mal Freunde, mal Feinde, aber sie respektieren einander und geben sich gegenseitig immer wieder Kraft und Halt.
Clark ist von beiden Geschlechtern angezogen. Ich finde es super, dass eine Hauptfigur auch mal bisexuell ist, da Bisexualität in unserer Gesellschaft meistens gar nicht wahrgenommen wird. Aber das geht eben auch. Es gibt keinen Zwang sich festzulegen und die Beziehungen sind genauso ernsthaft.

Überhaupt sind viele starke Rollen von Frauen besetzt. Am besten hat mir Octavia gefallen. Wahrscheinlich ist meine Meinung über sie etwas unpopulär, aber ich finde, sie macht das größte persönliche Trauma durch. Am Anfang noch völlig unbedarft, fühlt sie sich schnell mit dem Leben der Grounder verbunden. Sie wird erwachsen und zu einer echten Kriegerin. Aber grausame Erlebnisse und Entscheidungen lassen sie versteinern und es fällt ihr schwer, aus dem Kreis von Gewalt und Vergeltung rauszukommen.

Die Serie ist auch ziemlich brutal und das Level an Gewalt steigt bis Staffel 4 kontinuierlich an. Mir gefällt, dass Bellamy und Murphy gefühlt 80% der Zeit ein ramponiertes Gesicht haben, aber für besonders junge Leute ist die Serie nichts.
Was nie vorkommt ist sexuelle Gewalt. Aus mehreren Gründen eine sehr sehr gute Entscheidung der Produzenten. Denn auch als erwachsene Zuschauerin möchte ich nicht ständig damit getriggert werden.

Was mir an der Serie gar nicht gefällt, ist, dass einige wichtige Charaktere aus der Story gekillt werden, als wären sie irgendwelche Nebenfiguren. Für Staffel 6 und 7 hat Jason Rothenberg, der The 100 entworfen hat, neue Autoren eingestellt (25 Facts You Didn’t Know About The 100 <- Spoiler ahead). Darunter leidet die Serie sehr. Es wird völlig abstrakt und verwirrend und die aufgebaute Authentizität und der Zusammenhalt der Figuren wird vernichtet. Mit den letzten fünf Minuten der letzten Folge wird die Geschichte zwar ganz nett abgeschlossen, aber in Anbetracht der enttäuschenden letzten Episoden tut der Abschied von der Serie nicht besonders weh. Das finde ich sehr schade.

Eine feste Bewertung abzugeben fällt mir schwer, denn trotz ihrer Logikfehler, Storylücken und dem enttäuschenden, traurigen Ende, ist The 100 eine starke Serie, die ich gerne gesehen habe. Es gibt Science Fiction, Endzeitstimmung und jede Menge Drama und Blut. Am besten sind die vielfältigen und starken Charaktere und ihre Entwicklungen. Für mich ist es ein bisschen Guilty Pleasure: Nicht die beste Serie im Universum, aber ich musste wissen, wie es mit allen weitergeht.

Bewertung: 3.5 von 5.

Fun Fact: Das Bellamy Clark immer so verliebt anschaut täuscht nicht. Eliza Taylor und Bob Morley sind während der Dreharbeiten zusammengekommen und haben 2019 geheiratet. Bis zum Post eines Hochzeitsfotos wusste niemand davon. Dieses Real Life Happy End finde ich fantastisch und tröstet über das Ende der Serie hinweg.

Zur Serie gibt es auch noch drei Romane. Diese sollen zwar als Vorlagen dienen, aber die Produktion startete schon bevor der erste Band fertig war. So soll es große Unterschiede zwischen den Büchern und der Serie geben. (Siehe obiges verlinkten Video)

An die, die The 100 gesehen haben: Welcher ist euer Serienliebling und wieso? Alle, die jetzt mal reinschauen: Viel Spass dabei. Aktuell kann man die Serie auf Prime streamen.


3 Kommentare zu „The 100

Gib deinen ab

  1. Ich habe nach den ersten drei Folgen der 6. Staffel vorerst abgebrochen. Das war mir dann doch alles bisschen zu hohl.Bin mir noch nicht sicher, ob ich auch zu Ende schauen werde.
    Octavia war meine Favoritin, bis sie nach dem Bunker ja nur noch herumspinnt. Das war ein bisschen zu viel, fand ich.
    Lincoln hätte ruhig länger leben dürfen 😉

    1. Hallo Herr Wortman 😊
      Stimmt beides. Octavia wird nach der Bunkergeschichte erstmal etwas anstrengend.
      Lincoln hätte noch viel Potential gehabt. Sehr schade, dass er erst immer weniger zu sehen war (und weniger Text hatte) und dann so einen einfallslosen/lieblosen Abgang bekommen hat. Wenigstens etwas heldenhafteres hätte man ihm zugestehen können.

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