Martha Wells – Der Netzwerkeffekt

Ein Killerbot-Roman

Rückseitentext:
„Die Zukunft. Megakonzerne beherrschen das Alltagsleben in der Galaxis. Nur auf freien Planeten wie Preservation haben Menschen und Bots vor ihrem Zugriff Zuflucht gefunden. Als ein Preservation-Forschungsteam jedoch von einem mysteriösen Raumschiff angegriffen wird, tritt Killerbot in Aktion und tut das, was es am besten kann – Menschen aus dem Schlamassel holen. Mal wieder..“

Letztes Jahr hatte ich den Ersten Roman „Tagebuch eines Killerbots“ gelesen und vorgestellt. Ich war sofort verliebt in dieses Mensch-Maschine-Konstrukt, weil es super stark, super ironisch, unbeholfen bei sozialen Interaktionen und loyal ist. Jede Menge Action und Gefühle gab es auch.
Den Zweiten Roman hatte ich damals schon hier liegen, hab ihn mir aber aufgehoben. Für schlechte Zeiten, also Winter, oder wenn der Frühling einfach nicht dieses verdammte Mistwetter ablösen will, oder für irgendwas anderes nerviges… jetzt ist Juni… und… naja…

Was passiert diesmal bei Killerbot? Gleich zu Beginn erfahren wir von der vertrauten Freundschaft zwischen Killerbot und Mensah, die Killerbot im ersten Roman freigekauft hat. Mensah bittet Killerbot auf einer Mission ihre Crew und Familie zu begleiten, was bei dieser unterschiedlich gut ankommt – aus verschiedenen Gründen. Doch die Entscheidung stellt sich als richtig heraus, denn bald hat die SecUnit alle Hände voll zu tun, weil ein fremdes Schiff auf Abfangkurs kommt. Nachdem Killerbot auf dem feindliche Schiff alle Angreifer (auch liebevoll Ziele genannt) erledigt hat, bittet das Schiff (wir treffen wir auf einen alten Freund) um Hilfe dabei, sein eigenes Forschungsteam wiederzufinden. Das wird nämlich irgendwo von irgendwelchen Aliens gefangen gehalten… Na klar wird eine Rettungsmission gestartet, aber diese wird natürlich nicht ungefährlich. Das einzige, was daran nervt ist, dass die Menschen ständig mitmachen wollen, obwohl sie viel zu irrational und zerbrechlich sind.

Mir gefällt besonders, dass die Actionszenen mehrere Seiten einnehmen und kontinuierlich spannend bleiben. Die Kämpfe sind irgendwie zum Greifen nah… als müsste man vor Ort zuschauen wie alles auseinander genommen wird… dabei zieht man zischend die Luft ein und denkt sich „Verdammt… neeeeeein!“

Dazwischen erlebt Killerbot einige neue emotionale Erfahrungen. Wie kommt man damit klar, das ständig alle über Gefühle reden wollen und einem eine Beziehung andichten? Wie hält man Killware davon ab, dass es einem die individuelle Persönlichkeit löscht? Und wie streiten sich eigentlich künstliche Intelligenzen?

Zum Serien bingen bleibt diesmal nicht viel Zeit.

Die Geschichte hat mir alles gegeben, was ich erwartet hatte. Nur die Übersetzung finde ich besonders in der zweiten Hälfte nicht immer gelungen. Zum Beispiel ist Killerbot einmal eine Freundin und dann plötzlich eine Freundschaft. Aber ob das im Originaltext auch so ist (was ich bezweifle), oder der Übersetzer überfordert davon war (was wahrscheinlicher ist), dass Killerbot geschlechtslos ist, weiß ich nicht. Das irritiert jedenfalls ein wenig beim Lesen und deswegen ziehe ich einen halben Stern ab. Vielleicht sollte man sich bei solchen Romanen einfach eine Übersetzerin mit dazu holen, oder von irgendjemanden übersetzen lassen, der sich mit Diversität beschäftigt und die passenden Formulierungen findet – Ja, Sorry, aber… !
Ansonsten ist Killerbot wieder in Höchstform und einfach cool!

Bewertung: 4.5 von 5.

Details:
Erscheinungsdatum: 8. Februar 2021
Verlag: Heyne
Seiten: 480
Originaltitel: The Morderbot Diaries: Network Effect
Übersetzt von: Frank Böhmert
ISBN: 978-3-453-32123-6
Coverdownload: penguinrandomhouse.de

Das Original erschien 2020 und 2021 veröffentlichte Martha Wells einen weiteren Killerbot-Roman. Ich hoffe, dass es auch dieser auf den deutschsprachigen Raum schaffen wird. Bitte!

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